18+ Glücksspiel kann süchtig machen. BZgA Hotline: 0800 1 372 700 — Spiele verantwortungsbewusst. Hilfe
Sofort-Hilfe verfügbar 24/7

Spielsucht-Hilfe Deutschland — Sofort, anonym, kostenlos

Wenn Glücksspiel zur Belastung wird oder du dir Sorgen um einen Angehörigen machst — hier findest du sofortige Hilfe, Selbsthilfe-Werkzeuge und Wege zur professionellen Beratung.

Konkrete Schritte

Was du jetzt tun kannst

  1. 1

    OASIS-Sperre beantragen

    Für deutsche GGL-Anbieter: bundesweite Sperre, mind. 3 Monate. Beantragung über jeden GGL-lizenzierten Anbieter oder gluecksspiel-behoerde.de.

  2. 2

    Konto-Selbstsperre bei SpinMama

    Im Spielerkonto unter "Verantwortungsbewusst Spielen" → Selbstsperre 24h / 7 Tage / 30 Tage / unbegrenzt. Sofort wirksam.

  3. 3

    Bank-MCC-Sperre

    Bei deiner Bank Glücksspiel-Transaktionen (MCC 7995) sperren lassen. Wirksam bei Visa/Mastercard-Einzahlungen.

  4. 4

    Software-Blocker installieren

    BetBlocker (kostenlos, opensource) oder GamBan (€20/Jahr) auf allen Geräten — blockiert tausende Casino-Domains.

  5. 5

    Vertrauensperson einbeziehen

    E-Mail-/Passwort-Recovery an Partner/Familienmitglied abtreten — erschwert Impuls-Reaktivierung.

  6. 6

    BZgA anrufen oder Beratung suchen

    Hotline 0800 1 372 700 oder lokale Suchtberatungsstelle (DHS-Verzeichnis: dhs.de).

Selbsthilfe

Anonyme Spieler GA & Selbsthilfegruppen

Anonyme Spieler GA

12-Schritte-Programm nach AA-Vorbild. Bundesweite lokale Meetings & Online-Treffen. Erfahrungsaustausch unter Betroffenen.

anonyme-spieler.org

Gam-Anon

Selbsthilfegruppe für Angehörige von Glücksspielsüchtigen. Verständnis, Strategien, Ko-Abhängigkeit verhindern.

gam-anon.de

DHS Beratungsstellen

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen — Verzeichnis professioneller Suchtberatungsstellen. Persönliche Termine.

dhs.de

Zahlen & Fakten

Glücksspielsucht in Deutschland — was die Daten zeigen

Glücksspielsucht ist in Deutschland ein gesellschaftliches Phänomen, das oft unterschätzt wird. Aktuelle Erhebungen (BZgA-Survey 2023, Glücksspielatlas der Universität Bremen 2024) zeichnen folgendes Bild:

  • Etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland zeigen problematisches Spielverhalten (DSM-5: 2 oder mehr Kriterien)
  • Davon ca. 430.000 mit pathologischem Spielverhalten (4+ Kriterien, behandlungsbedürftig)
  • Etwa 0,8% der erwachsenen Bevölkerung sind betroffen
  • Männer sind 3× häufiger betroffen als Frauen
  • Online-Casino-Spiele und Sportwetten sind die schnellst-wachsenden Risiko-Bereiche (+18% pro Jahr seit 2020)
  • Durchschnittliches Eintrittsalter ins problematische Spielen: 21 Jahre

Die gute Nachricht: Behandlung wirkt. Therapie-Erfolgsquoten liegen bei 60–70% nach 12 Monaten Abstinenz, bei 40–50% nach 5 Jahren. Wichtig: Therapie früh beginnen — je länger das Problem unbehandelt bleibt, desto schwieriger die Rückkehr in ein normales Verhältnis zum Glücksspiel.

Therapie

Behandlungsmöglichkeiten in Deutschland

Glücksspielsucht ist von der WHO als anerkannte psychische Störung klassifiziert (ICD-10 F63.0 / ICD-11 6C50). Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten für Behandlung — vorausgesetzt, ein Arzt stellt die Diagnose.

Ambulante Therapie: wöchentliche Gesprächs-Termine bei einem suchttherapeutisch ausgebildeten Psychotherapeuten. Dauer 6–24 Monate. Termine kannst du über die KBV-Arztsuche oder lokale Suchtberatungsstellen finden.

Stationäre Therapie: 8–12 Wochen in einer Suchtfachklinik. Komplette Abkopplung vom Alltag, intensives Gruppen- und Einzeltraining. Empfohlen bei starker Begleit-Verschuldung oder Komorbiditäten (Depression, Angst).

Selbsthilfegruppen: kostenlose, niedrig-schwellige Hilfe ohne ärztliche Diagnose. Anonyme Spieler (12-Schritte) oder Blaues Kreuz (christlich-orientiert) bundesweit präsent.

Warnzeichen

Wann ist Glücksspiel ein Problem?

Glücksspiel-Verhalten ist behandlungsbedürftig, wenn mindestens 4 der folgenden Anzeichen über 12 Monate auftreten (DSM-5-Kriterien):

  • Steigender Einsatzbedarf für die gleiche Aufregung
  • Unruhe oder Gereiztheit beim Versuch, das Glücksspiel zu reduzieren
  • Wiederholt erfolglose Kontrollversuche
  • Häufige gedankliche Beschäftigung mit Glücksspiel
  • Glücksspiel bei belastenden Gefühlen (Stress, Angst, Schuld)
  • Chasing — Verluste durch erneutes Spielen "zurückgewinnen"
  • Lügen über Ausmaß des Spielens
  • Beziehungen, Arbeit oder Ausbildung gefährdet
  • Auf finanzielle Hilfe Dritter angewiesen wegen Spielschulden

4 oder mehr Treffer in 12 Monaten → Beratung suchen. Die Schwelle gilt unabhängig davon, ob du noch arbeitsfähig oder zahlungsfähig bist.

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